Ich verwende Aloe Vera schon lange und liebe diese Pflanze sehr. Inzwischen kannst du frische Aloe Vera in vielen Naturkostläden erwerben, was dazu geführt hat, dass die Heilpflanze immer beliebter wurde. Gerade jetzt im Sommer ist Aloe Vera ein wahres Allheilmittel.

Doch wie immer im Ayurveda gilt auch bei der Aloe das Motto: Alles zur richtigen Zeit und im richtigen Maß. Auch wenn Aloe Vera heutzutage sehr stark beworben wird, ist von einer Selbstmedikation abzuraten, gerade wenn es um die Einnahme über einen längeren Zeitraum geht.

Was ist Aloe Vera genau?

Aloe Vera gehört zu den Sukkulenten. Sukkulenten sind sehr saftreiche Pflanzen, die die Fähigkeit haben, in ihren Blättern viel Wasser zu speichern. Die Pflanze wird bis zu 60 cm hoch, hat gelbe Blüten und der Saft der Blätter und Wurzeln kann sowohl innerlich als auch äußerlich verwendet werden. Das Gel wird aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter gewonnen.

Aloe Vera heißt im Sanskrit Kumari (junge Frau). Die Aloe wird so genannt, weil sie den Frauen die Energie der Jungend verleihen und von erneuender Wirkung für die weibliche Natur sein soll. Ein Grund mehr, diese großartige Pflanze auszuprobieren.

Frischer Aloe Vera-Saft im Ayurveda

Rasa (Geschmack): Bitter, zusammenziehend, süß
Guna (Eigenschaften): Schwer, ölig, weich, befeuchtend
Vipaka (Nachverdauungseffekt): süß
Virya (thermische Potenz): kühlend
Dosha: Senkt Pitta und Kapha
Prabhava: abführend

Aloe Vera ist ein wundervolles bitteres Tonikum für die Leber und Milz, das Blut und das weibliche Genitalsystem. Oftmals wird Aloe Vera mit anderen Substanzen gemischt, da sie einen sehr bitteren Geschmack hat. Aus ayurvedischer Sicht ist das Wahrnehmen des Geschmacks jedoch sehr wichtig, weshalb es immer besser wäre, sie pur zu konsumieren.

Aloe Vera reguliert den Zucker- und Fettstoffwechsel, tonisiert alle Agnis und vermindert vor allem Pitta. Sie ist ein sehr gutes Rasayana für Pitta-Konstitutionen und kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden.

Indikationen sind: Neurodermitis, Ekzeme, Diabetes, erhöhte Blutfettwerte, Verstopfung, entzündliche Hautzustände, Hitzewallungen, Amenorrhoe, Dysmenorrhoe, Beschwerden der Wechseljahre.

Da Aloe Vera abortiv wirkt, sollte es auf keinen Fall in der Schwangerschaft genommen werden. Die Blätter enthalten Aloin. Dieser Stoff wirkt in kleinen Mengen abführend und in großen Dosen leicht giftig. Deswegen solltest du nur das Gel und ausschließlich Pflanzen verwenden, die im Handel erhältlich und entsprechend gekennzeichnet sind.

3 Einsatzmöglichkeiten für zu Hause

Es gibt hunderte von Aloe Vera-Arten, von denen jedoch nur wenige medizinisch und kosmetisch Anwendung finden und essbar sind. Informiere dich also vorher, ob deine Aloe Vera Pflanze zum Verzehr geeignet ist. Dann kannst du von einem Blatt immer ein kleines Stück abschneiden und das Gel vorsichtig herauslösen. Das angeschnittene Blatt kannst du im Kühlschrank oder an einem kühlen Ort aufbewahren.

Dies sind meine liebsten Anwendungsmöglichkeiten von Aloe Vera:

1. Aloe Vera als Feuchtigkeitspflege für den Sommer

Wenn du zu trockener Haut tendierst, kannst du Aloe Vera wunderbar als Feuchtigkeitspflege verwenden. Reibe einfach das Gel in deine Haut ein und lasse es trocknen. Es zieht sehr schnell ein und sorgt für zarte und weiche Haut.

2. Aloe Vera als erste  Hilfe für Sonnenbrand, kleine Wunden und  Verbrennungen

Aloe Vera wirkt kühlend und schenkt der Haut viel Feuchtigkeit. Außerdem wirkt es durch die zahlreichen Enzyme und Mineralstoffe wundreinigend und wundheilend, weshalb es sehr gut bei Sonnenbrand oder kleinen Verbrennungen an der Haut eingesetzt werden kann. Einfach vorsichtig direkt auf die Haut auftragen und einziehen lassen.

3. Aloe Vera als Pitta-Superfood

Aloe Vera hat zahlreiche Mineralstoffe, Vitamine, Aminosäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Gerade Pitta-Konstitutionen können Aloe Vera im Sommer ab und zu innerlich einnehmen. Du kannst das Gel einfach so essen, in dein Porridge geben oder im Smoothie verarbeiten. Richtig eingesetzt überwiegt die natürliche positive Wirkung der Aloe. Sie wirkt appetitanregend, verdauungsfördernd, kühlend, reinigend und erfrischend, was an heißen Sommertagen genau das ist, was Pittas brauchen.

Dein Aloe Vera-Gel herstellen

Schneide das Aloe Vera Blatt in dicke Blöcke. Schneide diese auf und fahre mit einem scharfen Messer vorsichtig an der Schale entlang, um das Gel herauszulösen. Verarbeite die Filets mit 1 TL Kokosöl in einem Mixer zu einem flüssigen Gel. Das Gel kannst du in einem sterilisierten Schraubglas für etwa zwei Wochen aufbewahren und bei Bedarf innerlich oder äußerlich anwenden.

Aloe Vera ist aus der ayurvedischen Medizin nicht wegzudenken. Eine langfristige Einnahme sollte jedoch nur in Rücksprache mit einem ausgebildeten Therapeuten oder Arzt erfolgen.

Alles Liebe,
Verena

 

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Quellen:
Lad, Dr. Vasant; Frawley, Dr. David (2011): Die Ayurveda-Pflanzenheilkunde – Der Yoga der Heilkräuter.
Nordwig, Hellmuth; Zoller, Andrea: Heilpflanzen der Ayurvedischen Medizin. Stuttgart 2012.

Disclaimer:
Dieser Bericht spiegelt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wider und kann nicht als Empfehlung oder Beratung verstanden werden. Von einer Selbstindikation ist abzuraten.

Foto Titelbild: Forest & Kim Starr auf Wikipedia

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