Der Pro-Kopf-Konsum an Kakao und Schokolade beträgt laut dieser Studie in Deutschland etwa 10 kg pro Jahr. Das ist nicht wenig. Das die Sehnsucht nach Schokolade gerade in der kalten Jahreszeit steigt, kennst du wahrscheinlich auch, oder? Doch wie gesund sind Kakao und Schokolade überhaupt und dürfen wir diese ab und zu vielleicht sogar ohne schlechtes Gewissen genießen? Und welche Rolle spielen Kakao und Schokolade im Ayurveda?

Der Kakaobaum: Theobroma cacao im Ayurveda

Der Kakaobaum wird seit etwa 4000 Jahren angebaut. Der Kakao, aus der die Schokolade gewonnen wird, war ursprünglich im Amazonasgebiet beheimatet, wird heute jedoch in vielen tropischen Gebieten bis etwa 20 Grad nördlicher und südlicher Breite angebaut.

Bei der Kakao- und Schokoladenherstellung unterscheidet man verschiedene Bestandteile:

Kakaobohne = Samen der Kakaofrucht
Bruchstücke der Kerne = Nibs
Gemahlene Nibs = Kakaomasse
Kakaobutter wird abgepresst
Vermahlener, entfetteter Rückstand = Kakaopulver

Kakao und Schokolade im Ayurveda

Wissenswertes über Kakao und Schokolade

1. Kakao wirkt entzündungshemmend und hält Blutgefäße flexibel

Einigen Studien zufolge haben die Flavonoide, die vor allem in dunkler Schokolade enthalten sind, eine positive Wirkung auf die Gesundheit. Das Polyphenol Epicatechin wirkt gefäßerweiterend. Studien zeigen, dass Flavonole Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden verhindern und somit Erkrankungen wie Arteriosklerose vorbeugen.

2. Kakao bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Ein Großteil dieser gelangt auch in den Dickdarm und beeinflusst die dortige Darmflora. Dabei ist auffällig, dass negativ wirkende Bakterien und der Entzündungswert reduziert werden. Werden Entzündungen reduziert, so wird dir Funktionsfähigkeit der Gefäße erhöht, was wiederum präventiv bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wirkt.

Auch ist Kakao in der Lage, das LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin) zu senken, was gleichzeitig zur Folge hat, dass die Oxidationsrate dessen sinkt. Dies ist ein großer Vorteil, da Oxidation eine große Rolle bei der Arterienverkalkung zugesprochen wird.

Bei erhöhtem Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird auch der moderate Verzehr von Schokolade empfohlen. Das Risiko kann damit jedoch nicht gesenkt werden, da die zugeführte Menge zu energiereich wäre. Die konkreten gesundheitlichen Wirkungen sind jedoch noch nicht ausreichend geklärt.

3. Kakao macht glücklich und wirkt anregend?

Kakao enthält Tryptophan, ein Stoff der veranlasst, dass vermehrt Serotonin freigesetzt wird.  Allerdings sind die freigesetzten Mengen sehr gering und eine stimmungsaufhellende Wirkung durch die Inhaltsstoffe ist nicht wissenschaftlich bewiesen. Das Schokolade auf jeden Fall anregend ist, liegt auch an den Inhaltsstoffen Theobromin und Koffein, die vor allem in dunkler Schokolade vorkommen.

Aber macht Schokolade nicht trotzdem glücklich?

Auch der Ayurveda erkennt an, dass Süßes gerade in nervenaufreibenden Zeiten empfehlenswert sind. Süße Nahrungsmitteln wie Getreidespeisen, süße Gemüse, Mandeln und auch Schokolade sind in der Lage, das nervöse Vata-Dosha in uns zu nähren und zu stabilisieren. Wichtig ist jedoch immer das richtige Maß zu finden und zu versuchen, sich über eine ausgewogene Ernährung auszubalancieren.

Kakao und Schokolade im Ayurveda

Geschmack: bitter, herb (Pitta-, Kapha-)
Eigenschaft: ölig (Vata-)
Kakaobutter: kühlend (Pitta-)

Wenn du Schokolade verwendest, in der Kakao und Kakaobutter enthalten sind, so ist diese für alle drei Doshas geeignet. Ölig reduziert Vata, die kühlende Wirkung der Butter wirkt Pitta reduzierend und bitter und herb senkt Pitta und Kapha. Raffinierter Zucker und andere aufbereitete Zuckerstoffe werden im Ayurveda als Produkte angesehen, die Ama produzieren und für kein Dosha gut sind. Am besten ist es immer, wenn du Süßungsmittel einsetzt, die möglichst unbehandelt sind und in ihrer natürlichen Form verwendet werden können. Außerdem weisen solche Süßungsmittel oft noch neben dem Zucker ein paar Mineralien, Vitamine oder spezielle energetische Eigenschaften auf.

  • Honig (nicht erhitzt!)
  • Trockenfrüchte (Datteln, Feigen, Rosinen, Aprikosen)
  • Kokosblütenzucker
  • Shakara (ayurvedischer Zucker aus Zuckerrohr)

Wenn möglich: Rohkost-Schokolade oder Rohkost-Kakao

Bei der Herstellung von wird die Bohne nicht über 42 °C erhitzt. Nur so wird gewährleistet, dass die Nähr- und Vitalstoffe erhalten bleiben. Auch werden die Bohnen danach nicht erhitzt, sondern fermentiert.

Wenn du also die gesundheitlichen Vorteile von Kakao und Schokolade voll auskosten möchtest, empfehle ich dir, Schokolade und Kakao in Rohkostqualität zu kaufen. Außerdem solltest du darauf achten, möglichst hochwertige Schokolade mit einem hohen Kakaoanteil zu wählen, die wenig Zucker enthält.

Hinweis: Bei übermäßigem Konsum kann Rohkakao negative Auswirkungen auf die Leber haben. Dann sollte immer die geröstete Variante bevorzugt werden.

Saisonal bedingter Süßhunger

Im Winter erhöht sich bei uns allen das Vata-Dosha. Wir sehnen uns nach reichhaltiger, süßer und schwerer Nahrung und der Appetit auf  Süßes steigt. Wenn du deinen Süßhunger kaum stillen kannst und du dauernd Lust auf Zucker verspürst, solltest du versuchen andere süß wirkende Lebensmittel in deinen Speiseplan einzubauen und vor allem drei mal am Tag warm zu essen:

Süße Gemüse und Getreide: Reis, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Pastinake, Sellerie, Petersilienwurzel, Rote Bete, Kürbis, Karotte, Avocado. Auch solltet du eher zu süßem Obst, wie Birnen, Bananen oder Feigen greifen.

Rezept für eine ayurvedische heiße Schokolade mit Kakao

Zutaten für 1 Portion

300 ml Mandelmilch
2 Datteln
2-3 TL Rohkost-Kakaopulver
1 Prise Chili, Pfeffer und Zimt

Zubereitung

Alle Zutaten vermixen und in einem kleinen Topf erhitzen. Eventuell erneut mit einem Milchaufschäumer aufschäumen und in eine große Tasse umfüllen.

Kakao und Schokolade wirken anziehend und verführerisch und signalisieren uns Geborgenheit, Sinnlichkeit und Wohlgefühl. Bewusst genossen kann Schokolade dein Herz öffnen!

 

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Foto Titelbild: Pablo Merchán Montes auf Unsplash