Der Ashram-Aufenthalt in Indien war auf verschiedenartige Weise einprägsam und prägend. Doch eine Sache hat mich jeden Tag aufs Neue fasziniert: Das Ess-Tempo. In derselben Zeit, in der mein Teller noch zur Hälfte gefüllt war, hatten viele der indischen Ashrambewohner mehrere Portionen verdrückt und sprangen bereits auf, um ihr Essgeschirr wegzubringen. Sobald im Ashram davon ausgegangen wird, dass alle bereits die Gelegenheit hatten, sich Essen nachreichen zu lassen, wird die Essensausgabe beendet. Dies hatte zur Folge, dass ich mit der Zeit begann, immer und immer schneller zu essen.

Es ist natürlich nicht empfehlenswert, seinen Reis einfach so runterzuschlucken, nur weil man es könnte. Es lohnt sich darüber nachzudenken, was mit unserem Körper passiert, wenn wir hungrig sind und essen. Bereits vor dem ersten Bissen bereiten wir ihn auf die Nahrungsaufnahme vor. Wenn wir eine leckere Speise sehen, riechen, fühlen und vielleicht auch hören, wird agni, das Verdauungsfeuer angeregt und wir bekommen Appetit. Sobald wir das Essen im Mund haben und beginnen es zu kauen, erhält unser Verdauungssystem Informationen über das, was demnächst so auf ihn zukommen wird. Das Kauen ist der erste Schritt der Verdauung. Nur wenn ausreichend gekaut wird, kann die Nahrung mit Speichel vermischt werden. Dieser enthält das Enzym Amylase, was für die Verdauung der Kohlenhydrate zuständig ist.

Es macht aus vielerlei Hinsicht Sinn, jedes Essen gründlich zu kauen – sei es ein Smoothie, Reis oder Suppen. Jeder Bissen sollte mindestens 30 Mal gekaut werden. Auch wenn es anfangs etwas ungewohnt ist, mit der Zeit wirst du es nicht mehr missen wollen!

Mindful Eating: 6 Gründe für achtsames Kauen

1. Du nimmst deinem Verdauungssystem bereits einen Großteil der Arbeit ab.

2. Du bereitest deinen Körper auf die Nahrungsaufnahme vor.

3. Die meisten Lebensmittel haben viele verschiedenartige Geschmäcker. Erst wenn du dein Essen lange genug kaust, kannst du diese wahrnehmen.

4. Du entlastet deine Verdauung nachhaltig.

5. Du bist schneller gesättigt und zufrieden.

6. Du widmest dem liebevoll zubereiteten Essen die angemessene Aufmerksamkeit.

Mindful Eating: 6 Gründe für achtsames Kauen

Rezept für indische Gemüsebällchen in Kokos-Mandelsoße

Zutaten für die Gemüsebällchen

250 g Kartoffeln (festkochend)
100 g rote Linsen
200 g Blumenkohl
1 Stück Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 Schalotte
2 EL Cashewkerne
1 EL Garam Masala, gemahlen
1 Prise Asafoetida / Hing
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
1/2 TL Kurkuma, gemahlen
1 EL Kokosöl
60 g Reismehl / Kichererbsenmehl
Steinsalz
schwarzer Pfeffer

Zutaten für die Kokos-Mandelsoße

2 kkleine Schalotten
1 Stück Ingwer
1 Knoblauchzehe
1 EL Kokosfett
2 EL Mandelmus
1 EL Tomatenmark
1 TL Garam Masala
3 Curryblätter
300 ml Kokosmilch
200 ml Gemüsebrühe
Salz
schwarzer Pfeffer

Zubereitung

Kartoffeln schälen und kochen, bis diese gar sind. Anschließend die Kartoffeln stampfen. Linsen nach Packungsanweisung garen. In der Zwischenzeit den Blumenkohl putzen und in Röschen schneiden und fein hacken.

Ingwer, Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. Kokosöl in einer Pfanne erhitzen und den Blumenkohl, Ingwer, Schalotte und Knoblauch anbraten. Garam Masala. Hing, Kreuzkümmel und Kurkuma hinzufügen und bei niedriger Temperatur weiterbraten, bis der Blumenkohl gar ist. Cashewkerne grob hacken und in einer Pfanne anrösten. Blumenkohlmischung, Cashewkerne und Linsen mit den Kartoffeln vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Reismehl/Kichererbsenmehl und ggf. 2 EL Wasser hinzufügen, so dass du die Masse zu kleinen Bällchen formen kannst. Entweder kannst du die Bällchen in der Pfanne in Kokosfett braten oder im Backofen bei 180 °C knusprig backen.

In der Zwischenzeit für die Soße Zwiebel, Ingwer und Knoblauch fein hacken. Kokosfett in einem kleinen Topf erhitzen und die Zutaten darin anschwitzen. Tomatenmark hinzufügen und erneut anschwitzen. Nun alle übrigen Zutaten hinzugeben und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Anschließend zu einer cremigen Soße pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Alles Liebe,
Verena

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