Man hört und sieht es überall: Schniefen, Husten und Halsschmerzen. Die Winterzeit ist eine starke Herausforderung, um unsere Doshas in Balance zu halten. Gerade im Spätwinter erwischt es dann doch noch viele, die bis dahin glaubten, dieses Mal verschont geblieben zu sein.
Während im Frühwinter vor allem das Vata-Dosha erhöht ist, steigt im Spätwinter in vielen von uns das Kapha-Dosha an. Frühjahrsmüdigkeit, Schwere und schleimende Erkältungen machen sich dann oft breit. Wenn du also der obligatorischen Erkältung oder Grippewelle entkommen oder diese lindern möchtest, kannst du ein paar einfache Dinge in deinem Alltag beherzigen.

Mit Ayurveda die Winter-Erkältung umgehen: Grundsätze, die für Alle gelten

Alle Erkältungen können zur Folge haben, dass sich Ama, sogenannte Stoffwechselschlacken in unserem Körper ansammeln. Ama ist ungefähr von denselben Eigenschaften wie Kapha geprägt, also kalt, feucht, klebrig und schwer. Deswegen ist es angebracht, all diese Eigenschaften durch Hitze, Trockenheit und Leichtigkeit auszugleichen.

Entwickelt sich Ama, verschlimmern sich die Symptome oftmals und sorgen dafür, dass die Erkältung zur Grippe wird oder wir uns lange mit der Erkältung herumquälen. Das wollen wir natürlich vermeiden. Die folgenden Tipps gelten somit für alle Konstitutionen.
Ayurvedische Asia-Detox-Suppe

Mit diesen 8 Tipps aus der Ayurveda die Winter-Erkältung lindern:

1.  Warmes und leicht verdauliches Essen:  Bei einer Erkältung ist oftmals auch unser Verdauungsfeuer agni leicht geschwächt. Wir entlasten unseren Körper also umso mehr, wenn wir auf alle schwer verdaulichen Lebensmittel wie Brot, Eier, Milchprodukte und Fleisch verzichten. Der wichtigste Grundsatz ist warmes Essen. Alle kalten Speisen wie Brot meiden.
2.  Keine Milchprodukte:  Milchprodukte wie Milch, Käse und Sahne wirken schleimbildend und sollten weggelassen werden. Das einzige Milchprodukt, was hilfreich ist, ist Ghee.
3.  Alle Ama/Kapha-erhöhenden Lebensmittel meiden:  Milchprodukte, Eier, Weizenprodukte, Hafer, Weißmehlprodukte, fettiges Essen und süßes Obst wie Bananen. Besser sind Getreide wie Hirse, Amaranth, Mais, Roggen und Obst wie Äpfel und eingeweichte Trockenfrüchte.
4.  Keine Rohkost:  Dies bestätigt erneut die erste Regel, ist aber deswegen zu betonen, da viele davon ausgehen, dass Rohkost besonders leicht verdaulich ist. Besser sind aber warme gekochte Gemüsesuppen.
5.  Keine Säure:  Auch übermäßig Zitrusfrüchte, Tomaten, Essig, Alkohol, Kaffee oder Sauermilchprodukte sind unvorteilhaft. Diese fördern Entzündungen und begünstigen, dass ein unvorteilhaftes Milieu im Körper und somit ein Nährboden für die Krankheit gebildet wird. Ein wenig Zitronensaft kann verwendet werden, jedoch nur in Maßen.
6.  Bitter, anregend und erwärmend:  Alle bitteren Lebensmittel bilden dagegen ein erwünschtes Milieu im Körper, wirken Bakterien und Viren entgegen und stärken das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Zu den bitteren, herben oder scharfen Lebensmitteln zählen z.B.: Brokkoli, Mungbohnen, Blumenkohl, Rosenkohl, Kohl, Karotten, Blumenkohl, Knoblauch, Zwiebeln, Salat, Erbsen, Sprossen, Mangold und Gewürze wie Hing, Ajwain, Ingwer, Kurkuma, Chili oder Pippali.. Kapha-Konstitutionen greifen besonders zu, Pitta-Konstitutionen lassen scharfe Gewürze weg und Vata-Konstitutionen essen nur dosiert bittere und scharfe Lebensmittel.
7.  Schleimlösende und anregende Getränke:  Ingwertee, Ingwer-Kurkuma Tee mit Honig, Aufguss aus Thymian mit Honig
8.  Inhalationen und Nasenspülungen:  Warme Inhalationen und Nasenspülungen mit warmem Salzwasser sind sehr hilfreich. Bei trockenen Schleimhäuten ohne Verschleimung sollten die Schleimhäute mit Ghee oder Sesamöl eingefettet werden.

Wie immer gilt – Pflege dein Dosha: Vata-, Kapha- und Pitta-Symptome

Je nach Konstitution neigen wir dazu, dass sich bestimmte Symptome bevorzugt ausprägen. Deswegen solltest du immer auch überprüfen, welche Symptome bei dir im Vordergrund stehen. Sind es trockene Schleimhäute, Schwächegefühl, trockener Husten und Kälte, sind dies Anzeichen für eine Vata-Erkältung. Sind es Schleimansammlungen, feuchte Kälte, feuchter Husten, Schwere und Müdigkeit handelt es sich eher um eine Kapha-Erkältung. Hast du jedoch bereits eher Grippe-Symptome mit Entzündungen, Hitzewallungen, rote Schleimhäuten und Eiterbildung, steht bei dir momentan Pitta im Vordergrund.

  • Vata-Symptome: Nahrung, die warm, beruhigend aber auch anregend und flüssig ist mit den Geschmacksrichtungen süß, salzig und etwas sauer. Beispiel: Cremige Karotten/Kürbis/Süßkartoffelsuppe oder Mungdal mit Gewürzen wie Pippali, Steinsalz, Hing, Ajwain, Kreuzkümmel, Salbei, Fenchel. Leichter Einsatz von bitterem Gemüse und Kräutern.
  • Kapha-Symptome: Nahrung die warm und anregend ist mit den Geschmacksrichtungen herb, bitter und scharf. Beispiel: Mungnudeln mit Blumenkohlpesto, Mungdal mit Grünkohl und anregende Gewürze wie Chili oder Knoblauch.
  • Pitta-Symptome: Nahrung die warm und mild ist mit den Geschmacksrichtungen süß, bitter und herb. Beispiel: Kartoffeleintopf, Kohlgemüse, Blumenkohlsuppe und Gewürze wie Fenchel, Koriander, Kardamom, Pippali.

Rezept für die Geheimwaffe Golden Spoon

1 TL Honig aus deiner Region
1/4 TL Ghee
1/2 TL Kurkumapulver
1 Prise Steinsalz
Prise schwarzer Pfeffer / Pippali

Alle Zutaten mit einem Teelöffel heißem Wasser glatt rühren. Du kannst dir auch größere Mengen vorbereiten und jeden Tag einen TL einnehmen. Wichtig ist, den Pfeffer und das Fett nicht auszulassen. Kurkuma wirkt nur, wenn es in Fett gelöst wird und die Wirkung wird durch die Beigabe von Pfeffer vervielfacht.

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