Mungbohnen im Ayurveda

Ich liebe Mungbohnen und esse sie mindestens zwei mal in der Woche. Sie sind neben roten und gelben Linsen die verträglichsten Hülsenfrüchte und gelten als Heilnahrung im Ayurveda. Außerdem schmecken sie unglaublich lecker und lösen in mir pures Wohlgefühl aus. Während meines Aufenthaltes in Indien gab es jeden Abend Kitchari mit viel Ghee, ein wahres Soulfood für mich.

5 Gründe, warum du Mungbohnen öfter essen solltest:

  • Mungbohnen sind sehr bekömmlich und in der passenden Zubereitung für alle Doshas immer geeignet
  • Sie sind voller guter Inhaltsstoffe: Eiweiß, Mineralstoffe wie Kalium, Magnesium und Zink, Vitamine E, B-Vitamine, Vitamin C, Folsäure, viele Ballaststoffe
  • Mungbohnen sind Proteinpower pur und deswegen für jeden – auch bei schwacher Verdauungskraft – eine gute Proteinquelle
  • Sie sind schnell zuzubereiten, sofern sie über Nacht eingeweicht werden
  • Sie sind sehr vielseitig einsetzbar: Mung Dal, Kitchari, Wok-Gerichte, Warmer Salat, Asia-Gerichte oder Suppen

Gerade in der kalten Jahreszeit oder an windigen und regnerischen Tagen kann ich gar nicht genug von Kitchari bekommen.

Was sind Mungbohnen überhaupt

Mungbohnen gehören zu den Hülsenfrüchten und stammen ursprünglich aus Indien. Mungbohnen sind Bohnenkerne und es gibt etwa 200 verschiedene Sorten. Hierzulande findet man vor allem grüne und gelbe, gespaltene Mungbohnen. Du kannst entweder die Bohne gekocht verzehren oder sie zum Keimen verwenden und Sprossen herstellen.

Die getrockneten grünen Bohnen solltest du über Nacht in Wasser einweichen, bei den gelben gespaltenen Bohnen reichen auch 8 Stunden Einweichzeit aus. Wenn du ein sehr sensibles Verdauungsfeuer hast, solltest du sie grundsätzlich über Nacht einweichen lassen und mit vielen Gewürzen (z.B. Asafoetida/Hing oder Kreuzkümmel und Ingwer) kochen. Es ist besonders empfehlenswert sie Mittags zu essen, da dann das Verdauungsfeuer am stärksten brennt. Die gelben Bohnen kannst du, ähnlich wie gelbe Linsen, für cremigen Dals verwenden oder zu einem Püree verarbeiten. Die grünen Bohnen passen gut zu würzigen Eintöpfen und Suppen. Du kannst sie aber auch als Püree zubereiten und dann mit Gewürzen zu Bratlingen formen und in Ghee in der Pfanne oder im Ofen knusprig backen.

Herstellung von Mungbohnensprossen

Die Sprossen haben noch alle Vitalstoffe in sich und enthalten viel Vitamin C und E. Wenn du Mungbohnensprossen selber herstellen möchtest, musst du die Kerne einfach über Nacht in Wasser einweichen lassen. Am nächsten Tag gießt du das Wasser ab und gibst die Mungbohnen in Keimschalen. Sie sollten bei Zimmertemperatur keimen. Du solltest sie täglich wässern, damit du nach etwa 2-3 Tagen die ersten Sprossen ernten kannst. Sie passen sehr gut zu Gerichten im Wok. Bei Verdauungsschwäche besser leicht andünsten.

Mungbohnen im Ayurveda

Mungbohnen sind zusammenziehend, süß, leicht, trocken und kühl und gut für alle Doshas. Sie gehören zu den wenigen Bohnen, die Vata nicht erhöhen und auch von Personen mit einer sensiblen Verdauung in der richtigen Zubereitung vertragen werden. Trotzdem ist es empfehlenswert, sie mittags zu verzehren, da dann die Verdauungskraft am stärksten ist. Die gesunden Bohnen erhalten hochwertiges pflanzliches Eiweiß. Gerade in der Kombination mit Reis (Kitchari) erhalten sie eine sehr hohe biologische Wertigkeit*. Außerdem erhalten Mungbohnen Mineralstoffe wie Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink, Vitamine B, E und C und Folsäure.

Tipp für besondere Cremigkeit: Besonders liebe ich es, wenn meine Dals oder Kitchari richtig cremig sind. Die Konsistenz erhältst du, wenn du die Bohnen langsam bei kleiner Flamme garen lässt und vor dem Servieren noch etwa 10 Minuten ziehen lässt. Für besondere Cremigkeit mit 1 Extralöffel Ghee servieren.

*Die Biologische Wertigkeit ist ein Maß dafür, wie viel eines aufgenommenen Nahrungsproteins in körpereigenes Protein umgewandelt werden kann.

So werden Mungbohnen besonders gut verdaulich

Bei allen Hülsenfrüchten solltest du auf folgende Aspekte achten, um eine gute Verdauung zu garantieren:

  • Angepasst an dein Verdauungsfeuer: Iss alle Hülsenfrüchte am besten mittags, da dann die Verdauungskraft am höchsten ist. Wenn du sie abends isst, solltest du frühstens 2-3 Stunden danach schlafen gehen.
  • Lange Einweichzeiten und Garzeiten: Umso länger eingeweicht und gekocht, umso besser verdaulich.
  • Gewürze: Koche Hülsenfrüchte immer mit Gewürzen wie Hing/Asafoetida, Ingwer, Pfeffer, Kreuzkümmel oder Kurkuma.
  • Fett: Für eine gute Verdauung von Hülsenfrüchten sind auch gesunde Fette zuträglich. Achte besonders bei sensibler Verdauung darauf, deine Dals mit einem Extralöffel Ghee zu essen.
  • Zitronensaft: Zitronensaft regt Agni an. Gib über alle Hülsenfrüchte immer einen guten Spritzer Zitronensaft.

Hast du Mungbohnen schon einmal ausprobiert? Ich bin gespannt, ob sie dir genauso gut tun wie mir.

Rezept für gelbe Mung-Crêpes   

Zutaten für 8 kleine Crêpes

125 g gelbe Mungbohnen
Steinsalz, schwarzer Pfeffer
1/2 TL Kreuzkümmel
1/4 TL Kurkuma
1 Msp. Asafoetida (Hing)
Ghee

Zubereitung

Mungbohnen über Nacht in Wasser einweichen. Am nächsten Tag das Wasser entfernen und die Mungbohnen waschen. Gib die Mungbohnen in einen Hochleistungsmixer und füge ein wenig Wasser hinzu. Taste dich vorsichtig an die richtige Menge heran, damit die Konsistenz nachher stimmt. Falls dir der Teig zu flüssig geraten ist, kannst du ihn mit ein wenig Kichererbsenmehl binden. Mungbohnenteig mit den Gewürzen vermengen. In einer kleinen Pfanne etwas Ghee erhitzen und die Crêpes der Reihe nach ausbacken. Von beiden Seiten mit etwas Ghee bestreichen und warm servieren.

Alles Liebe,
Verena

 

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