Du hast ein sensibles Verdauungssystem und leidest immer mal wieder unter Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Sodbrennen, Durchfall oder Verstopfung?

Dir wurden eine Magenschleimhautentzündung oder funktionelle Störungen wie z.B. das Reizmagen-, Reizdarmsyndrom oder Roemhild-Syndrom diagnostiziert? Die gastrointestinalen Erkrankungen nehmen in Deutschland immer mehr zu.

Aber: Du bist nicht alleine und aus ayurvedischer Perspektive sind all diese Dysbalancen erklärbar und behandelbar.

Im Ayurveda gilt: Du bist was du verdaust

Der Darm gilt im Ayurveda als das Hauptorgan, das für Krankheit und Gesundheit zuständig ist. Alle Erkrankungen haben ihren Ursprung im Verdauungstrakt, weshalb die ayurvedische Medizin einen großen Schwerpunkt auf die Behandlung des Verdauungssystems legt, da dort alle Erkrankungen ursprünglich beginnen. Selbst Beschwerden wie Arthrose oder ein schwaches Nervengerüst mit Ohrensausen können therapeutisch mit Einläufen behandelt werden, auch wenn diese Form der Behandlung zunächst einmal fern scheint. Auch die Ernährung ist ein sehr zentrales Thema im Ayurveda, mit dem sich jeder Mensch tagtäglich mehrmals konfrontiert sieht.

Die verschiedenen Stadien einer gesunden Verdauung

Eine normal funktionierende Verdauung wandelt Nahrung zuerst in die Doshas Kapha, Pitta und Vata, dann in die Gewebe und zuletzt in die Abfallprodukte wie die Ausscheidung um. Es werden drei verschiedene Stadien unterschieden, die nacheinander ablaufen.

Kapha-Stadium: Das Kapha-Stadium beginnt mit der Verdauung im Mund. In dieser Phase werden vor allem süß schmeckende Nahrungsmittel verdaut.

Pitta-Stadium: Das Pitta-Stadium beginnt, wenn der vorverdaute Brei vom oberen Magenanteil  zum unteren weitergeleitet und in die Essenz und Abfallstoff getrennt wird. Im Magen und Dünndarm wird vor allem die saure Geschmacksrichtung verdaut.

Vata-Stadium: Im Vata-Stadium werden Abfallstoffe in weitere Flüssigkeiten und feste Bestandteile getrennt. In dieser Phase werden vor allem bittere und zusammenziehende/adstringierende Lebensmittel verdaut.

Demnach ist es empfehlenswert eine Mahlzeit zunächst mit süßen Lebensmitteln (Reis, Getreide, Dessert) zu beginnen und mit bitteren und zusammenziehenden (Salat, viele grüne Gemüsesorten) zu beenden. Nach der Verdauung der Nahrung haben die umgewandelten Substanzen spezielle Effekte auf den Körper und die Psyche, die je Lebensmittel immer gleich sind. Diese Wirkung wird im Ayurveda Vipaka genannt. Danach wird die Nahrung in die einzelnen Elemente Luft, Raum, Feuer, Wasser und Erde zerlegt. Diese stehen dem Körper nun zur Versorgung der Gewebe  zur Verfügung.

Für jedes Element ist ein eigenes Verdauungsfeuer zuständig:

  • Aus Erde entsteht Körpermasse (Fett, Knochen, Muskeln);
  • Aus Wasser entsteht Körperflüssigkeit;
  • Aus Feuer entstehen die Enzyme und das Blutgewebe;
  • Aus Luft die Knochen und Nerven;
  • Aus Raum entsteht der Geist.

Hierbei wird deutlich, dass für eine gesunde Funktion der Gewebe eine ausgewogene Ernährung notwendig ist, die alle fünf Elemente enthält. Die Gewebe werden nacheinander aus dem vorverdauten Nahrungsbrei gebildet und aus den Nährsubstanzen aufgebaut. Das Wichtigste ist die Erkenntnis, dass die gesamte Ernährungskette leidet, wenn ein Glied in dieser Kette in seiner Funktion gestört ist. Dann nämlich wird die Ernährung aller weiterer Gewebe nacheinander eine Fehlfunktion zeigen.

Was aus ayurvedischer Sicht Magen-Darm-Krankheiten auslöst

Der Ayurveda geht davon aus, dass alles was agni, das Verdauungsfeuer stört, zu Verdauungsproblemen führt. Die Ursache dieser Störungen ist vielfältig: Falsche Nahrungsmittelkombinationen oder Lebensmittelauswahl, zu viel Essen, mangelhafte Bewegung, unangebrachtes Fasten, unregelmäßiges oder zu schnelles Essen, zu viel der Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter, scharf oder adstringierend, Nervosität, Sorgen, Trauer, Ängste oder Ärger.

Aus ayurvedischer Perspektive sollte Nahrung immer frisch zubereitet werden und zum Zustand des jeweiligen Menschen passen. Auch wird Wert auf die Art der Nahrungsmittelaufnahme und Qualität der Nahrung gelegt.

Wenn unser Verdauungsfeuer normal funktioniert, entwickeln wir die Bedürfnisse, die wir benötigen, um unsere Doshas optimal zu nähren. Ist agni jedoch bereits gestört und liegt schon eine Dysbalance vor, entwickeln wir falsche Bedürfnisse und greifen oftmals zu den Nahrungsmitteln, die die Dysbalance zusätzlich verstärken.

Es gibt drei verschiedene Zustände eines gestörten Verdauungsfeuers:

  • Zu schwacher agni (Mandagni) bezeichnet eine langsame und träge Verdauung, die meist Kapha entspricht und oft zu Verstopfung führt. Bei dieser Störung wird trotz geringer Nahrungsmittelzufuhr sehr wenig oder gar nicht verdaut.
  • Zu scharfer agni (Tikshnagni) herrscht meist bei Pitta vor und führt zu Durchfällen. Es können keine Nährstoffe mehr verwertet werden und die Nahrung wird geradezu verbrannt. Diese Störung kann auch Übersäuerung, einen übermäßig starken Appetit und Erbrechen mit sich bringen.
  • Wechselhafter agni (Vishamagni) herrscht bei Vata vor und führt zu einer unregelmäßigen, oft trockenen Verdauung. Hierbei wechseln Durchfall und Verstopfung oder Blähungen und Gasbildung herrschen vor.

Bei all diesen Störungen kann die Nahrung nicht optimal verdaut und verarbeitet werden und Nährstoffe gehen verloren, was ebenfalls den weiteren Gewebeaufbau stört. Oft entsteht auch ama, so genannte halbverdaute Stoffwechselschlacken im Körper Da bei einem gestörten agni auch meist ein Dosha gestört ist, muss bei jeder Verdauungsstörung das entsprechende Dosha behandelt und ganzheitlich reguliert werden.

Meine Diagnose: Leichte akute Gastritis

Nachdem ich viele Jahre oft unregelmäßig gegessen habe, meistens sehr leichte Nahrung und viel Rohkost und Selbstfürsorge und Ruhe Fremdwörter waren, erachtete ich eine unzuverlässig funktionierende Verdauung als nichts ungewöhnliches. Ab einem bestimmten Zeitpunkt nahmen die Beschwerden immer mehr zu: Inneres Gefühl der Trockenheit und doch kein Durst, aufgeblähter Bauch und hierdurch verursachte Atembeschwerden sowie Schmerzen, Kraftlosigkeit und Müdigkeit. Als ich zum damaligen Zeitpunkt durch meine Yogapraxis auf das ganzheitliche Medizinystem Ayurveda stieß, machten all meine Beschwerden auf einmal Sinn. Zum ersten Mal fand ich einen Ansatz, der die verschiedenen Symptome in einen gemeinsamen Zusammenhang stellt.

Eine Magenspiegelung lieferte mit dann die Diagnose leichte akute Gastritis. Ich fiel aus allen Wolken. Säure, Hitze, Entzündung und Pitta – ich?

Als erste Reaktion: Schulmedizinische Behandlung der Gastritis mit Säure-Blockern

Der Gastroenterologe erachtete die Beschwerden als passend zum Befund und empfahl eine klassische Behandlung mit Säure-Blockern. Er gab mir den Tipp, auch in Zukunft zu diesen zu greifen, falls die Beschwerden danach erneut auftauchen sollten. Eine dreiwöchige Einnahme von Säure-Blockern und das Vermeiden von sauren, scharfen und fettigen Lebensmitteln inklusive Einnahme von dazu passenden homöopathischen Medikamenten führte zu folgendem Ergebnis: Gar keinem.

Der Körper weiß es besser

Bereits als ich die Einnahme der Säureblocker begann, wusste ich innerlich, dass diese nicht die Wurzel des Problems greifen werden. Mein zum damaligen Zeitpunkt erster Besuch bei einer Ayurveda-Ärztin bestätigte mir dann meine eigenen Vermutungen: Vata-Konstitution mit Vata-Dysbalance.

Beschwerden aus ayurvedischer Perspektive

Aus ayurvedischer Perspektive handelt es sich bei Beschwerden, die mit gestörter und wechselhafter Verdauung, Blähbauch oder Verstopfung, innerer oder äußerer Trockenheit, Gewichtsabnahme, Auszehrung oder auch Unruhe, Sorgen und Ängsten sowie Schlaflosigkeit einhergehen, um Störungen des Vata-Doshas.

Eine Gastritis ist aus ayurvedischer Perspektive in der Tat eine Pitta-Störung und meist auch als solche zu behandeln. Ähnlich wie in der Schulmedizin wären dann vor allem eine Ernährung mit herben, bitteren und süßen Lebensmitteln angebracht. Konsultationen bei verschiedenen Ayurveda-Ärzten mit Pulsdiagnose ergaben jedoch dasselbe Ergebnis: Pitta war in mir kaum wahrnehmbar.

Bedeutet: Die Vata-Dysbalance war die Wurzel des Problems und auch als solche zu behandeln. Vata in Form von Trockenheit und Luft blockierte Pitta, so dass es sich nicht mehr auf natürliche Art und Weise über die Verdauung regulieren kann und sorgt dabei für leichte Reizungen und Entzündungen der Schleimhaut. „Your mind burns everything“ sagte eine Ayurveda-Ärztin. Nicht nur die gesamte Nahrung wird verbrannt, sondern auch die eigene Gewebestruktur angegriffen und geschwächt. Die vermeintliche Gastritis als Auslöser der Beschwerden spielte also nur eine untergeordnete Rolle. Nun wunderte ich mich auch nicht mehr, dass die Säure-Blocker bei mir nicht wirkten, da die Säure nicht das Problem war.

Eine klassische Behandlung mit Bitterstoffen und der Vermeidung von Fett hätte meine Beschwerden also noch verschlimmert

Der Ayurveda geht davon aus, dass jegliche Störung individuell und vor dem Hintergrund der persönlichen Konstitution gesehen werden muss. So kann dieselbe Krankheit bei verschiedenen Personen durchaus ganz unterschiedlich behandelt werden. Bittere Lebensmittel sind bei Pitta-Störungen oft hilfreich, erhöhen jedoch Vata. Der Konsum von Bitterstoffen oder die Ergänzung um bitteres Gemüse sollte also nur dann vorgenommen werden, wenn diese nicht die Symptome und somit Vata verschlimmern.

Der Ayurveda geht immer an die Wurzel des Problems

Fazit ist also: Alle Beschwerden und Symptome sind immer ganzheitlich zu betrachten und zu behandeln. Häufig liegen viele Symptome mit verschiedensten Eigenschaften nebeneinander vor. Dann muss man schauen, welches Dosha am stärksten vertreten ist und am meisten aus dem  Gleichgewicht geraten ist. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, dass du dir professionellen Rat einholst.

Beschwerden mit Ayurveda ganzheitlich behandeln

Ich fing an die theoretisch erlernten Prinzipien der ayurvedischen Ernährung und Lebensweise endlich auch in die Praxis umzusetzen. Als erstes begann ich eine dreiwöchige Reinigungskur, um meinen Körper zu entlasten und meinen Schleimhäuten und Pitta-Symptomen die Chance zu geben, auszuheilen und gleichzeitig Vata durch Wärme und einfache, regelmäßige Nahrung zu beruhigen.

Schritt 1: Reinigungs- und Entlastungskur zu Hause

In dieser Zeit nahm ich nur sorgsam ausgewählte Lebensmittel, Kräuter und Gewürze zu mir, während ich andere gänzlich vermied. Alle Speisen sollten sehr leicht verdaulich, befeuchtend durch das Ghee und mild sein.

Ernährung:

Frühstück: Warmer Milchreis mit Kokosreismilch

Mittagessen: Warmes Kitchari

Abendessen: Warmes Kitchari

Ich habe während dieser Zeit auf Gemüse und Obst (außer Avocados) verzichtet, um es der Verdauung so einfach wie möglich zu machen, da die meisten Nährstoffe sowieso nicht verwertet werden konnten. Es können aber auch süße Gemüsesorten wie Süßkartoffel, Kürbis und Wurzelgemüse gegessen werden. Die Speisen sollten sehr gut und langsam gekaut und in Ruhe gegessen werden. Wichtig ist, regelmäßig warm zu essen und nicht zu geringe oder große Mengen zu sich zu nehmen. Es sollten etwa 3/4 des Magens gefüllt sein.

Kitchari ist das klassische Detox-Gericht im Ayurveda. Durch die Kombination aus Reis und Mung-Dal-Bohnen hat Kitchari viel gesundes Eiweiß und deckt alle zehn essentiellen Aminosäuren ab. Das Gericht wirkt mit dem Ghee befeuchtend, beruhigend und nährend auf die Gewebe.

Gewürze: Um Pitta nicht zusätzlich zu reizen, verzichtete ich während dieser Zeit auf alle anregenden Gewürze und setzte kaum Salz und gar keine Zitrone oder andere Säuren ein. Die Gewürze, mit denen ich mein Essen würzte, waren Fenchelsamen, etwas Zimt, etwas Steinsalz, Kurkuma in Maßen, Kardamom und Kreuzkümmel.

Getränke: Sehr kalte oder sehr heiße Getränke sowie Alkohol und Kaffee vermeiden. Lauwarmes Wasser über den Tag verteilt trinken, hin und wieder ein Glas Kokoswasser (kühlt Pitta und befeuchtet Vata) und zweimal am Tag eine Tasse Süßholzwurzeltee (lindert Pitta und beruhigt Vata). 1/2 Stunde vor dem Essen nichts trinken, während des Essen gar nichts und 1 Stunde nach dem Essen nichts. Ansonsten mindestens 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen.

Fette: Ich habe jede Mahlzeit mit 1 EL Ghee zubereitet und zusätzliches Fett in Form von Avocados und Kokosmilch konsumiert. Ghee ist das beste Fett für Pitta und sehr gut für Vata. Wenn Vata-Beschwerden wie Trockenheit im Vordergrund stehen, können Fette in der Regel sehr gut verdaut werden.

Unterstützende Kräuter und Präparate: Amalaki Churna und Ashwagandha Churna

Nach diesen drei Wochen haben sich die Symptome nach langer Zeit bereits stark verbessert.

Schritt 2: Langfristige Behandlung der Vata-Dysbalance

Aus ayurvedischer Perspektive ist die Nahrung viel mehr als nur die Speisen, die wir essen. Alles was wir über unsere Sinne zu uns nehmen und konsumieren, verändert alle Ebenen unserer Existenz. Und somit müssen auch Sinneseindrücke, Emotionen und Gefühle verdaut und verarbeitet werden. Um langfristig Vata in Form von gestörter und wechselhafter Verdauung, Gasbildung oder Verstopfung, innerer oder äußerer Trockenheit, Gewichtsabnahme und innerer Unruhe und Anspannung zu senken, ist es deswegen notwendig, nicht nur über die Ernährung zu arbeiten, sondern ganzheitlich Maßnahmen in Betracht zu  ziehen.

Allgemeine Ernährung: Drei mal täglich warm essen und die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig bevorzugen. Bittere und adstringierende Lebensmittel nur in Maßen konsumieren und am besten in Kombination mit Hing und viel Ghee. Überwiegend gekochtes Getreide, Reis, gedünstetes Gemüse, Obst und leicht verdauliche pflanzliche Proteine wie Mungbohnen, gelbe und rote Linsen essen. Rohkost nur in kleinen Mengen zu sich nehmen.

Sehr nährend für das Vata-Dosha sind Gerichte, die befeuchtend, ölig, süß, wärmend und beruhigend wirken wie Kitchari, Porridge, Dal, Gemüseeintopf, cremige Suppen oder Currys mit Kokosmilch. Vermieden werden sollte alles was trocknend wirkt wie Brot, schwer verdauliche Lebensmittel wie Käse und Fleisch sowie blähende Lebensmittel wie Kohl oder Kichererbsen.

Spezielle Ergänzung der Ernährung um:

  • Früchte wie reife Bananen, Avocados und Papayas.
  • Über Nacht eingeweichte Rosinen und Feigen morgens nach dem Aufstehen mit dem Einweichwasser essen oder in das Porridge geben. Diese wirken sich sehr gut auf die Verdauung aus und gelten als Rasayana (Verjüngungsmittel) im Ayurveda.
  • Rasayanas wie Datteln und Aprikosen.
  • Mindestens 2 EL Tahini pro Woche und täglich 1 TL Mandelmus. Diese wirken der Trockenheit entgegen und sind sehr nährend.
  • Ayurvedische Buttermilch: Bio-Vollfettjoghurt (Ziege, Schaf) mit Wasser (1:4) vermixen, mit etwas Steinsalz und Kreuzkümmel würzen und nachmittags trinken.

Gewürze und Kräuter: Alle Gewürze die wärmend und anregend wirken wie Steinsalz, schwarzer Pfeffer, Senfsaat, Pippali, Zimt, Kreuzkümmel, Curryblätter, Kümmel, Kurkuma, Kardamom, Fenchel, Bockshornklee, Hing, Ajwain, Salbei, Koriander, Dill, frischer Ingwer.

Getränke: Ingwertee über den Tag verteilt trinken und warme Getränke bevorzugen, da sie agni anregen und ama vorbeugen.

Fette: Ausreichend Fett ist notwendig, um der Trockenheit entgegenzuwirken. Ghee, Kokosöl und Sesamöl sind empfehlenswert. Ghee wirkt besonders nährend.

Massagen: Auch äußerlich sollten regelmäßig Ölmassagen mit warmem Sesam- oder Mandelöl angewendet werden. Du kannst dich einfach selbst massieren oder therapeutische Behandlungen wie Abhyanga und Shirodara durchführen lassen. Abends vor dem Schlafen gehen den Bauchnabel mit Sesamöl oder Rhizinusöl massieren.

Einlauf: Der Ayurveda empfiehlt einmal monatlich an drei aufeinanderfolgenden Tagen 90 ml Sesamöl nach dem Abendessen auf gefüllten Magen einzuführen und wenn möglich erst am nächsten Morgen auszuscheiden. Empfehlenswert für Vata-Personen, darf nicht bei Ama durchgeführt werden.

Unterstützende Kräuter und Präparate: Amalaki (Immunsystem und Pitta-Symptome), Ashwagandha (Gewebeaufbau, Nervensystem) Brahmi (Nervensystem und Stärkungsmittel), Chyawanprash (Immunsystem und Vata-Symptome, Stärkungsmittel), vor jeder Mahlzeit 1 TL Ghee mit 1/2 TL Hingvashtak Churna (Gasbildung), Arand Bhrast Harde (Verstopfung).

Asanapraxis und Atemübungen: Eine regelmäßig ruhige Asanapraxis und Pranayama (Atemübungen) sind sehr empfehlenswert, um Vata zu senken. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden,  nicht nur über den Brustkorb, sondern auch über den Bauch zu atmen, um das Zwerchfell zu trainieren und subtilen Blockaden entgegenzuwirken. Eine wirksame Übung, um Vata zu regulieren, ist es beim Einatmen bis zwei zu zählen und beim Ausatmen bis vier. Yogaübungen wie Schulterstand, Kobra und der Fisch können bevorzugt praktiziert werden.

Ruhephasen, Meditationen, Wärme und Liebe: Alles was innere Unruhe, Spannungszustände und Ängste verschlimmert, sollte vermieden werden. Versuche dich selbst dabei zu beobachten, wann genau solche Gefühle in dir entstehen. Sobald du merkst, dass deine Gedanken anfangen, sich im Kreis zu drehen und du dich anspannst, solltest du Atemübungen praktizieren. Am besten in Kombination mit einem selbstgewählten Mantra.

Selbst westliche Mediziner sind bereits der Ansicht, dass viele gesundheitliche Probleme von der Darmflora aber auch von den Nerven des Darms ausgehen und das die Darmflora das Verhalten und die Stimmung beeinflusst. Der Ayurveda arbeitet deswegen schon seit Urzeiten mit Methoden wie Einläufen und speziell angepassten Ernährungsempfehlungen, um das subtile Milieu im Darm zu verändern, damit sich positive Bakterien wohler fühlen und bevorzugt ansiedeln. Auch anders herum haben Emotionen und das Nervensystem großen Einfluss auf die Darmtätigkeit.

Umso wichtiger erscheint es alle Ebenen unserer Existenz – die psychische, körperliche und energetische Ebene – nachhaltig zu nähren. Sehr viel, was in unserem Körper so vor sich geht, spiegelt unseren Lebensstil und unsere Einstellung uns selbst gegenüber wider. Letztlich geben dir die Beschwerden den Aufruf, dich mit dir selbst und deiner Umwelt wieder mehr zu verbinden.

Wenn auch du Unterstützung und eine ganzheitliche Beratung benötigst, kannst du jederzeit mit mir in Kontakt treten.

Alles Liebe,
Verena

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Buchempfehlungen und Quellen:

Nagersheth, Kalyani (2017): Verdauung – die beste Medizin aus zwei Welten: Wie sich Ayurveda und westliche Pflanzenheilkunde ergänzen.
Lad, Vasant (2010): Selbstheilung mit Ayurveda. Das Standardwerk der indischen Heilkunde.
Lad, Vasant (2011): Die Ayurveda-Pflanzenheilkunde – Der Yoga der Kräuter.

 

Dieser Bericht spiegelt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen wider und kann nicht als Empfehlung oder Beratung verstanden werden.