Warum Buddha-Bowls ein guter Trend sind und was der Ayurveda dazu sagt

Vermutlich jeder kennt den Food-Trend aus den USA: Buddha-Bowls. Die Instagram-Welt und Foodmagazine sind bereits seit Jahren voll davon und der Trend scheint nicht nachzulassen. Smoothie-Bowls, Bowls mit Quinoa, rotem Reis, Süßkartoffeln, Gemüsenudeln mit Falafel, buntes knackiges Gemüse und Obst, Sprossen und Samen. Ich muss zugeben, dass ich diesen Trend liebe. Warum das so ist, verrate ich dir in diesem Beitrag.

 

Der Ursprung der Buddha-Bowl

Es wird immer wieder erwähnt, dass der Name und diese Art zu Speisen aus der Tradition des Zen-Buddhismus kommt. Unter dem Namen Ōryōki verstand man eine meditative und achtsame Form des Essens, die durch gewisse Rituale geprägt war. Die größte Schüssel in einem Ōryōki-Set hieß Buddha-Bowl. Ob der Trend der Buddha-Bowls wirklich auf diese Tradition zurückzuführen ist, ist fraglich. Fakt ist jedoch, dass sich die Idee von bewusstem Genuss auch in dem Buddha-Bowl-Trend wiederfindet.

 

Aber schmecken Buddha-Bowls wirklich so gut, wie sie aussehen?

Diese Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Vor allem bei Bowls, die fast ausschließlich aus rohen Zutaten wie Rotkohl, Blumenkohl oder Salatgrün bestehen und dann noch ohne Fett oder Dressing serviert werden. Im Prinzip also ein Salat. Doch das in der Instagram-Welt Optik und der schöne Schein ganz groß geschrieben werden, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Trotzdem liebe ich den Bowl-Trend. Du möchtest wissen warum?

Warum Ayurveda-Küche nicht indisch sein muss

Warum Buddha-Bowls ein guter Trend sind

Das Konzept der Buddha-Bowls zielt darauf ab, dem Körper alle notwendigen Stoffe zugeben, die er braucht. Das macht auch Sinn. In den meisten Buddha-Bowls findet sich ein Anteil:

  • Kohlenhydrate: Naturreis, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Getreide, Pseudogetreide
  • Proteine: Falafel, Hummus, Erbsen, Kichererbsen, Bohnen, Edamame, Samen, Mungbohnen, Tofu, Fisch
  • Frisches Gemüse und Obst: Spargel, Salat, Wildkräuter, Sprossen, Radieschen, Schoten, Zucchini, Möhren, Tomaten etc.
  • Gesunde Fette: Samen, Nüsse, Avocado, Nuss- oder Mandelmus, Tahinidressing, Ghee, Sesamöl, Olivenöl

Es handelt sich also vor allem um Zutaten, die aus ernährungswissenschaftlicher Sicht als gesund gelten. Meistens sind Bowls außerdem vegetarisch oder vegan. Ein Vorteil ist, dass die Zubereitung der Bowls denkbar einfach ist. Du brauchst also kein großer Koch zu sein, um eine Bowl aus verschiedenen Komponenten zusammenzuwürfeln: Ein wenig geröstetes Gemüse, etwas Quinoa, ein bisschen Sesamsaat und Sprossen und fertig ist deine Bowl. Viele Gründe also, die zunächst dafür sprechen, Bowls öfter auf den Speiseplan zu setzen.

 

Was der Ayurveda zu Buddha-Bowls sagt

Der Ayurveda teilt Lebensmittel jedoch nicht nach ihrem Nährwert oder Kaloriengehalt ein, sondern nach ihrer Wirkung auf den Organismus. Da jeder Mensch ganz individuelle Bedürfnisse hat und ein und dasselbe Lebensmittel von zwei Menschen unterschiedlich gut vertragen werden kann, kann man aus ayurvedischer Perspektive auch nicht sagen, dass Bowls prinzipiell supergesund sind.

Trotzdem finden sich viele Parallelen zwischen einer Buddha-Bowl und einem klassischen ayurvedischen Menü. So wird im Ayurveda immer darauf geachtet, alle Geschmacksrichtungen in einer Mahlzeit zu vereinen: süß, sauer, salzig, bitter, herb und scharf. Du findest immer eine Kohlenhydratquelle, pflanzliche Proteine, frisches Gemüse und gesunde Fette. Dies sorgt dafür, dass du alle wichtigen Nährstoffe mit einer Mahlzeit aufnimmst und alle Doshas versorgst. Gleichzeitig fühlst du dich gut genährt und lange gesättigt. Eine Mahlzeit, die alle Geschmacksrichtungen vereint, hilft auch sehr gut, um Heißhungerattacken zu vermeiden und viele unnötige Zwischenmahlzeiten vorzubeugen. So ist also auch ein Ayurveda-Essen immer bunt und vitalstoffreich und versorgt dich mit einer Vielzahl von Nährstoffen.

Auch wird im Ayurveda, ähnlich wie im Zen-Buddhismus, großen Wert darauf gelegt, dass ein Essen großenteils aus regionalen und saisonalen Zutaten besteht und in Ruhe und mit Wertschätzung gegessen wird.

Fazit ist also: Bowls sind super und gesund, so lange du darauf achtest, Zutaten zu verwenden, die du gut verträgst und die dein Dosha nähren. Weniger ist oft mehr. Ich koche mir gerne sehr einfache Gerichte aus wenigen Zutaten. Solches Essen ist leicht verdaulich und gibt mir nachhaltig Energie.

 

Deine Bowl für dein Dosha

Vata-Bowl: Überwiegend warme und gekochte Zutaten, ein höherer Getreide- und Fettanteil und leicht verdauliche Zutaten. Du kannst dir z.B. eine leckere Bowl aus Mung-Falafel, Avocadodip, Süßkartoffeln, grünem Gemüse und Kräutern zusammenstellen.

Pitta-Bowl: Pitta-Typen dürfen grünes Gemüse in allen Varianten verspeisen. Dazu gerne Hülsenfrüchte und eine süße Komponente wie Vollkornreis, Süßkartoffeln oder Kartoffeln. Da viele Pitta-Konstitutionen Rohkost gut vertragen, können solche Bowls auch einen größeren Rohkost-Anteil haben und mit einer Gurken-Raita serviert werden.

Kapha-Bowl: Kapha-Typen können sich Bowls aus buntem Ofengemüse, grünem gedünsteten Gemüse und Getreide wie Hirse, Quinoa oder rotem Reis zusammenstellen. Dazu passen leichte Dressings aus herben Ölen oder ein leckeres Tahini-Dressing und Falafel. Außerdem dürfen Kapha-Typen in Gewürzen geradezu schwelgen und viele frische Kräuter und Gewürze in ihre Bowl integrieren.

Am sinnvollsten ist es also immer, keinem Trend hinterherzulaufen, sondern darauf zu achten, was dir gut tut, dich erdet und mit nachhaltiger Energie versorgt.

Alles Liebe,
Verena